Frauen I: Knackpunkt 20. Minute

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HANDBALL Eibelshausen/E. bringt Führung in Wettenberg nicht durch
ESCHENBURG/WETTENBERG Für die HSG Eibelshausen/Ewersbach ist der Abstieg aus der Handball-Oberliga der Frauen nach ihrer 27:32 (12:16)-Niederlage in Wettenberg besiegelt. Der Gegner hofft weiterhin, in der Klasse bleiben zu dürfen.
Die HSG Eibelshausen/Ewersbach zeigte beim Aufsteiger eine ihrer besseren Saisonleistungen – und dass, obwohl Abwehrchefin Nina Uhl verletzt fehlte und Spielmacherin Jana Tirjan in Urlaub weilte. Es musste also mit neun Feldspielerinnen und einer Torfrau gehen.

Junge Garde bekommt viel Einsatzzeit: Kreisläuferin Lea Eckhardt zeigt ein Bombenspiel

Trainer Ergün Sahin gewährte deswegen den jüngeren Spielerinnen im Kader viel Einsatzzeit. Sie dankten es mit einer guten Leistung und etlichen Treffern. Vor allem Kreisläuferin Lea Eckhardt (fünf Tore) zeigte Sahin zufolge ein Bombenspiel. Kea Manderbach steuerte drei Treffer bei, Marie Hänsel zwei Tore. „Kompliment, was die jungen Spielerinnen gezeigt haben“, sagte der Trainer.
Nachdem die HSG am Wochenende zuvor das Spiel bei Spitzenreiter Weiterstadt knapp gestaltet hatte, schien das Team am Samstagabend in Wettenberg noch einen Schritt weiter gehen zu können. „Das war eine sehr gute Leistung, schon während der ersten Halbzeit“, lobt der A-Lizenz-Inhaber seine Schützlinge. Während der ersten 20 Minuten stellte sich gleich mehrmals ein ganz neues Gefühl ein: Eibelshausen/Ewersbach lag in Führung. Das 4:3 besorgte Danielle Müller, das 6:5 Eva Ferber-Takacs, das 7:5 Sladja Ivetic, das 8:6 Kea Manderbach. Die Abwehr stand sehr gut, erkämpfte immer wieder den Ball, und im Angriff spielten die Gäste ihre Chancen klasse heraus und nutzten diese auch. Wettenberg wackelte und ging erstmals wieder in der 20. Minute in Führung.
Die Phase um die 20. Minute sollte sich als spielentscheidend erweisen. Sladja Ivetic hatte in einer Partie, in der die Referees insgesamt nur zwei Zeitstrafen verhängten (beide gegen die HSG Eibelshausen/Ewersbach), bereits eine Verwarnung erhalten und musste beim 8:8 auf die Bank. In Unterzahl verlor ihr Team im Angriff den Faden, verschenkte einige Abschlüsse, während auf der anderen Seite Larissa Kraft ihre Qualität als Vollstreckerin entdeckte. Sie erzielte zwischen der 20. und 25. Minute vier ihrer sechs Tore. Ergün Sahin nahm beim Stand von 10:15 (27.) eine Auszeit, begrüßte wenig später aber seine Spielerin Jamie Kay Schmidt auf der Strafbank. So ging es nicht voran, sondern mit 12:16 und vier Toren Rückstand in die Halbzeitpause.

Eibelshausen/ Ewersbach zeigt Moral und kämpft sich in der zweiten Halbzeit heran

In der zweiten Halbzeit ließ Eibelshausen/Ewersbach zunächst die Effektivität aus Durchgang Nummer eins vermissen. „Es ist schade, dass die Spielerinnen ihre Leistung nicht über eine längere Phase abrufen können“, sagte Sahin. Der Rückstand wuchs innerhalb der ersten zehn Minuten von vier auf acht Tore an. Nach dem 14:22 (40.) zeigte Eibelshausen/Ewersbach aber Moral. „Wir haben alles versucht, unterschiedliche Abwehrformationen mit bis zu zwei Personen in kurzer Deckung gespielt, den Ball auch immer wieder erobert und durch Tempogegenstöße getroffen. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie kämpfen und guten Handball spielen kann. Aber auf mehr als drei Tore sind wir nicht mehr herangekommen“, beschrieb Ergün Sahin das Geschehen.
Das Aufholen des Rückstandes kostete den kleinen Kader viel Kraft, und die fehlte letztendlich beim Verteidigen des eigenen Kreises. „27 Auswärtstore sind nicht schlecht“, sagte Sahin mit Blick auf die eigenen Treffer, „aber 32 Gegentore zeigen mir andererseits, dass im Gegensatz zum 23:26 in Weiterstadt Emotion und Leidenschaft gefehlt haben. Wettenberg hat zu viele einfache Treffer erzielt. Ich hätte mir einen engeren Spielstand gewünscht, dann wäre die Leistung wie in der vergangenen Woche insgesamt sehr gut gewesen“, versuchte er, den Ehrgeiz seiner Spielerinnen weiter zu wecken. Denn auch wenn der Klassenerhalt nicht mehr zu schaffen ist, so bleibt für die kommenden Wochen doch noch ein großes Ziel: endlich den ersten Saisonsieg zu feiern.

HSG Wettenberg – HSG Eibelshausen/Ewersbach 32:27 (16:12)
Wettenberg: Anna Lena Habermehl, Tania Rinn – Toni Schuldt (9/4), Larissa Kraft (6), Theresa Pohl (5), Janine Tafferner (4), Lea Wingefeld, Anna Christin Schwab, Jasmin Stephan (je 2), Rena Münch, Tanja Tröller (je 1), Svenja Pohl, Katharina Maria Till, Luisa Risse.
Eibelshausen/Ewersbach: Loreen Heinrich – Sladja Ivetic, Lea Eckhardt (je 5), Jacqueline Müller (4), Kim Tirjan (3/1), Kea Manderbach, Danielle Müller (je 3), Marie Hänsel, Eva Ferber-Takacs (je 2), Jamie Kay Schmidt.
Schiedsrichter: Daniel Rossmeier/Steve Podesta – Zuschauer: 130 – Siebenmeter: 4/4:1/1 – Zeitstrafen: 0:4 Minuten.

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