Ibi-Julia-Startspektakel
Wenn es beim Notieren irgendwann reicht, ein "J" zu schreiben, dann ist das ein Zeichen für ein ständig wiederkehrendes Ereignis. Dies war gestern in der Holderberghalle in Eibelshausen der Fall. Dabei stand das "J" für Julia Völpel, überragende Torfrau des Frauenhandball-Landesligisten HSG Eibelshausen/ Ewersbach. Die Zahl dahinter stand für die laufende Nummer der Parade, mit der die Torfrau das Gastteam der SG Kleenheim II zur Verzweiflung brachte. Am Ende stand im Notizblock eine "17". Dazu kam die "10" für die Trefferanzahl von Ibolya Szabados. Dieses Duo bestimmte die Anfangsphase. Die Torfrau hielt hinten, der "Wirbelwind" traf vorne. Auf dieser Basis gewann die HSG mit 33:20 (15:11), der sechste Sieg in Folge wurde nur getrübt durch die überflüssige "rote Karte" der achtfachen Torschützin Tamara Matic in der 49. Minute.
Dem vertretbaren Platzverweis vorausgegangen war auf der HSG-Angriffsseite ein von den beiden schwachen Unparteiischen Peter Müller/Frank Siess (TSV Modau) nicht gegebenes Foul, was Tamara Matic beim Zurücklaufen mit Applaus quittierte. Mit diesem Frust unterwegs, griff sie der Kleenheimerin Julia Grygar beim Wurf in den Arm.
Zu diesem Zeitpunkt war der Oberliga-Absteiger bei einem 18:28-Rückstand längst geschlagen. Kleenheim gefiel mit einigen gelungenen Spielzügen, die dann oft bei der Kreisläuferin endeten und zu Treffern oder Siebenmetern führten. Bis zum 5:4 legten die Gäste immer vor, wurden nach Völpel-Paraden im Gegenzug ausschließlich von "Ibi" Szabados bezwungen. Dieses 4:5 sollte der letzte Rückstand für die HSG sein. Beim 11:6 hatte Eibelshausen/Ewersbach den größten Vorsprung der ersten Halbzeit herausgespielt. Den 15:11-Pausenstand hielt Julia Völpel dann mit drei Paraden fest.
Jana Tirjan stört entscheidend
"Damit haben wir denen viele Optionen im Angriff genommen", war HSG-Trainerin Ursel Asboe nach dem Spiel begeistert über die gute Arbeit der in der Abwehr vorgezogenen Jana Tirjan, die diese Position im zweiten Spielabschnitt mit fünf Treffern ausnutzen konnte. Überhaupt stand die Defensive der Dietzhölztalerinnen nun sehr gut. Lediglich die kräftige Julia Grygar, die ihre Gefährlichkeit im ersten Abschnitt mit keinem einzigen Treffer krönen konnte, setzte sich nun ebenfalls fünfmal durch.
Doch unterm Strich hatten die Dillkreislerinnen den Gegner im Griff. Ein klares Zeichen für eine solche Dominanz ist, dass Ursel Asboe den Stammspielerinnen lange Ruhepausen gönnen kann. Das war spätestens nach dem 27:17 von Steffi Hoof nach einem Tempogegenstoß der Fall. Was Kleenheims Coach Jens Neumeyer seiner Truppe danach in der Auszeit auf den Weg gegeben hat, konnte man auf dem Spielfeld nicht erkennen.
Danielle Müller erspielte sich dann den "Optimum-Titel". Beim Sieg zuletzt in Flörsheim hatte Torfrau Lena Pohlner bei ihrem Kurzeinsatz gegen Spielende zwei Siebenmeter gehalten, diesmal verzeichnete die Nummer 7 der HSG bei ihren drei Würfen eine 100-prozentige Torausbeute.
Am Sonntag spielt die HSG bei der HSG Anspach/Usingen. Auch dort wird Betreuerin Esther Rödel auf der Tribüne Platz nehmen müssen, weil sie nach der roten Karte in Flörsheim, die letzte Woche irrtümlich ihr statt Ursel Asboe zugeschrieben wurde, gesperrt ist.
Eibelshausen/Ew.: Julia Völpel, Lena Pohlner - Marisa Müller, Tamara Matic (9), Milena Müller (2), Kim Tirjan (1/1), Danielle Müller (3), Lisa Peter (1), Ibolya Szabados (10), Jacqueline Müller (1), Jenny Hausler, Jana Tirjan (5), Sara Schwinn, Steffi Hoof (1)
Kleenheim II: Marlen Stahl, Svenja Rüspeler - Stefanie Engel (1), Eva König, Kerstin Schulz, Dana Badtke (5/3), Lisa Schäfer (2), Carina Heußner (5), Julia Grygar (5), Carolina Fischer (1), Melanie Mattheiß, Isabell Schepp (1), Vanessa Lang
Schiedsrichter: Müller/Siess (Modau) -
Zuschauer: 120
Zeitstrafen: Matic (32:20) - Schäfer (25:01), Badtke (37:20) Rot: Matic (48:54)
Quelle: mittelhessen.de
